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Kaffeehäuser

Wann und wie Kaffee das erste Mal als Genussmittel entdeckt wurde, darum ranken sich viele Legenden. Kaffee, der in Abessinien, dem heutigen Äthiopien, wild wuchs, wurde vermutlich von Hirten im 9. Jahrhundert n. Chr. entdeckt. Sie beobachteten die belebende Wirkung der Früchte auf ihre Ziegen. Durch den Handel mit dem Jemen gelangte der Kaffee ab dem 15. Jahrhundert von Afrika auf die arabische Halbinsel. Schnell entwickelte sich ein kulturelles Leben um den Kaffee, der in Kaffeeschänken ausgeschenkt wurde. Die Türken brachten auf dem Höhepunkt ihrer Macht den Kaffee in alle Winkel der beherrschten Gebiete, dazu zählten Arabien wie auch Kleinasien, Syrien, Ägypten und das südöstliche Europa. Laut vielen Aufzeichnungen wurden die ersten Kaffeehäuser in Damaskus und Aleppo eröffnet, das erste Kaffeehaus auf europäischem Boden in Konstantinopel. Forscher und Reisende berichteten nach ihren Reisen in den arabischen Raum von einem ungewöhnlichen Getränk, dem Kaffee.

Über venezianische Händler gelangten die ersten Kaffeelieferungen Anfang des 16. Jahrhunderts nach Europa. Neben Venedig und Hafenstädten wie London, Amsterdam, Marseille und Bremen/Hamburg, entwickelten sich auch Städte jenseits der Nordgrenzen des osmanischen Reiches zu Zentren des Kaffeeverbrauchs. Soweit es sich feststellen lässt, wurde das erste Kaffeehaus „bottega del caffè“ 1683  am Markusplatz in Venedig eröffnet, eine andere Quelle gibt das Jahr 1645 an. Das erste Kaffeehaus in England wurde 1650 in Oxford eröffnet. Das berühmteste Londoner Kaffeehaus, das bis heute existiert, ist das von Edward Lloyd 1688 eröffnete. Als Service für seine Gäste gab Lloyd das Nachrichtenblatt „Lloyd‘s List“ heraus, das neben anderen Neuigkeiten auch eine Liste der Schiffe enthielt, die seine Kunden versichert hatten. Daraus wurde schließlich die weltweit größte Vereinigung von Einzelversicherten.

In Deutschland wurde das erste Kaffeehaus 1673 in Bremen und 1677 in Hamburg eröffnet. Wien hat sein erstes Kaffeehaus dem Sieg über die Türken zu verdanken. 1683 erhielt der polenstämmige Franz Georg Kolschitzky, der sich während der Belagerung von Wien durch die Türken große Verdienste um die Stadt erworben hatte, als Geschenk die zurückgelassenen Kaffeebestände und die Erlaubnis für den Ausschank von Kaffee.